Phillip: Der Mann, bei dem eigentlich alles stimmt | Die Figur aus SoCal Love
Ich muss dir was gestehen.
Es gab beim Schreiben von SoCal Love einen Moment, in dem ich meine eigene Geschichte ziemlich skeptisch angeschaut habe.
Nicht wegen Jamie.
Sondern wegen Phillip.
Denn irgendwann saß ich vor dem Bildschirm, habe ein Szene mit Phillip gelesen und dachte nur: Vianna, bist du eigentlich noch ganz dicht? Warum schickst du Patrizia überhaupt noch zu einem anderen Mann?
Eigentlich ist ja in Liebesromanen ziemlich schnell klar, wer am Ende das Rennen macht. Da gibt es den einen Typen, bei dem man schon auf Seite zwanzig denkt: Ach komm, du bist nur hier, damit der andere später besser aussieht.
Ich mag solche Figuren nicht wirklich.
Sie sind nicht langweilig. Sie werden einfach unfair behandelt.
Deshalb wollte ich nie, dass Phillip der Mann ist, den man nach der Hälfte des Buches freundlich zur Seite schiebt. Er sollte jemand sein, bei dem man sich als Leserin oder Leser ernsthaft fragt: Warum eigentlich nicht er?
Der Mann, den deine Eltern sofort ins Herz schließen würden
Du kennst sicher auch solche Menschen, bei denen man nach fünf Minuten denkt: Mit dir könnte ich jetzt einfach stundenlang so weiter quatschen.
So einer ist Phillip.
Er kommt nicht in den Raum und zieht automatisch alle Blicke auf sich. Das muss er gar nicht. Fünf Minuten später reden trotzdem alle mit ihm. Irgendwie passiert das einfach.
Er hört zu. Nicht so höfliches Zuhören, bei dem man merkt, innerlich überlegt er schon, was er als nächstes sagen möchte. Phillip hört wirklich zu. Er merkt sich Nebensätze. Fragt Wochen später nach Dingen, die du selbst längst vergessen hast.
Und wenn du mal einen richtig schlechten Tag hast, fragt er gar nicht erst, was los ist. Er sagt nur: "Ruf an, wenn du reden willst. Egal wann."
Ich bin ziemlich sicher: Würde meine Mutter Phillip kennenlernen, hätte sie innerlich nach spätestens einer halben Stunde angefangen, die Gästeliste für die Hochzeit zusammenzustellen.
Der Moment, in dem ich dachte: Jetzt wird es gefährlich
Es gibt eine Szene in SoCal Love, die ich besonders liebe.
Patrizia steht unangemeldet vor Phillips Büro.
Eigentlich hat er überhaupt keine Zeit. Sein Kalender ist voll, das Telefon klingelt ununterbrochen und sein Vater wartet auf Informationen in einem wichtigen Meeting.
Phillip schaut Patrizia an. Nur einen kurzen Moment. Und merkt sofort, dass etwas nicht stimmt. Keine große Diskussion. Kein genervtes Seufzen. Er verschiebt Termine, entschuldigt sich bei seinen Mitarbeitern und nimmt sich Zeit.
Eine halbe Stunde später stehen beide in einer Galerie. Vor einer gläsernen Kunstinstallation. Während andere wahrscheinlich einmal kurz nicken und sagen: "Schön.", bleibt Phillip stehen und erzählt Patrizia, warum zerbrochene Spiegel manchmal mehr über Menschen verraten als makellose Oberflächen.
Und das verrückte?
Irgendwann hörst du ihm gar nicht mehr wegen der Kunst zu.
Phillip ist nicht perfekt. Er gibt sich nur Mühe
Beim Schreiben musste ich total aufpassen, Phillip nicht zu perfekt zu machen.
Denn, wie du weißt: perfekte Figuren sind ungefähr so spannend wie ein Krimi, bei dem auf der ersten Seite der Täter verraten wird.
Phillip trifft manchmal auch Entscheidungen, die man nicht sofort versteht. Sein Vater zum Beispiel vermutlich nicht, wenn er wüsste, dass sein Sohn für einen spontanen Museumsbesuch ein wichtiges Meeting mit ihm verschiebt.
Aber Phillip handelt nie aus Gleichgültigkeit. Genau das macht ihn für mich so nahbar.
Er ist erfolgreich. Höflich. Verlässlich.
Nicht um zu beweisen, was für ein toller Hecht er ist, sondern weil Verantwortung übernehmen für ihn zum Leben dazugehört
Und ja … manchmal frage ich mich heimlich, ob nachts unter seinem Kopfkissen nicht doch ein Ratgeber liegt: Wie werde ich der Schwiegersohn des Jahres?
Man könnte fast meinen, er wäre die perfekte Wahl.
Warum Liebe trotzdem kompliziert bleibt
Eigentlich spricht alles für Phillip.
Er gibt Sicherheit. Er schenkt Aufmerksamkeit. Er behandelt Patrizia mit Respekt.
Phillip ist der Mann für die unkomplizierten Sonntage. Der, der entspannt den Tisch deckt, den Kaffee bringt und bei dem sich das Leben einfach angenehm leicht anfühlt.
Und genau deshalb wurde er für mich als Autorin so spannend.
Denn Liebe funktioniert leider nicht wie eine Checkliste. Man kann sich nicht hinsetzen, zwei Spalten aufmalen und am Ende sagen:
"Phillip hat 97 von 100 Punkten. Herzlichen Glückwunsch. Du hast gewonnen."
Wenn das so einfach wäre, gäbe es vermutlich halb so viele Liebesromane, und wahrscheinlich auch deutlich weniger Taschentücher.
Das eigentliche Problem heißt Herz
Gefühle halten sich eben selten an Punktepläne. Phillip ist keiner dieser Typen, die einen überrollen. Er ist einer von den Menschen, die das Herz auf eine ganz andere Art berühren.
Nicht laut. Nicht dramatisch.
Eher wie eine Fußbodenheizung. Man merkt erst nach einer Weile, wie gut sie eigentlich tut.
Aber vielleicht ist genau das sein größter Zauber. Und gleichzeitig meine größte Frage.
Er schleicht sich nicht mit Pauken und Trompeten ins Herz.
Er setzt sich mit einer Tasse Kaffee daneben, hört dir zu, merkt sich, dass du deinen Cappuccino lieber mit Hafermilch trinkst und irgendwann denkst du:
"Verdammt … ich würde ihm wahrscheinlich auch meine Telefonnummer geben."
Und jetzt bin ich neugierig
Mich interessiert wirklich deine Meinung.
Würdest du dich für einen Mann wie Phillip entscheiden?
Für jemanden, der Sicherheit gibt, aufmerksam zuhört und immer da ist, wenn man ihn braucht?
Oder glaubst du, dass Liebe manchmal gerade dort entsteht, wo auf dem Papier nicht alles perfekt aussieht?
Ich bin gespannt, auf welcher Seite du stehst. Vielleicht verrätst du es mir ja in den Kommentaren.




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