
Die Charaktere aus SoCal Love von Vianna Gardener

In meinen Geschichten geht es nicht um perfekte Menschen.
Sondern um echte.
Um Figuren, die sich durchs Leben zweifeln, scheitern, hoffen, lieben
und manchmal auch über sich hinauswachsen.
Hier lernst du drei davon kennen.
Patrizia, Jamie und Phillip
Unterschiedlicher können sie kaum sein, aber das Leben führt sie zusammen.
Wer sie sind, was sie bewegt - das findest du hier.


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Manchmal weiß sie selbst nicht,
ob sie gerade lebt oder nur funktioniert.
"Ich habe so lange versucht, jemand zu sein, den andere lieben könnten. Vielleicht ist es an der Zeit rauszufinden, wer ich wirklich bin."
Patrizia ist behütet aufgewachsen. Gute Gegend, gebügelte Tischdecken, Erwartungen, die man nicht in Frage stellt. Ihre Mutter hatte schon immer einen klaren Plan für sie. Einen mit gepflegtem Lächeln, ordentlicher Ehe und möglichst wenigen Ecken und Kanten.
Und Patrizia? Hat funktioniert. Jahrelang. Immer freundlich, immer angepasst. Bloß niemandem auf die Füße treten. Bloß nicht auffallen. Bloß nicht falsch sein.
Nur in ihrem Job als Krankenschwester zeigt sie, was wirklich in ihr steckt. Da trifft sie Entscheidungen, behält einen kühlen Kopf, setzt sich durch. Ganz ohne zu überlegen, ob sie dabei jemandem gefallen muss.
Privat sieht das anders aus. Da sitzt der Selbstzweifel oft mit am Tisch. Zu viele enttäuschte Dates. Zu viele Kommentare der Mutter, die wehgetan haben. Irgendwann hat sie angefangen zu glauben, dass mit ihr einfach was nicht stimmt. Dass sie nicht schön genug ist. Nicht aufregend genug. Und dass Liebe etwas ist, das immer nur anderen passiert.
Aber tief in ihr gibt es da noch diesen anderen Teil. Der, der nachts wach liegt und sich fragt, wie es wäre, einfach loszugehen. Der neugierig ist, mutig, voller Sehnsucht. Und langsam wird dieser Teil lauter.

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Niemand sieht, wie sehr er kämpft. Weil er es niemandem zeigt.
"Ich will keine perfekte Liebe. Ich will nur eine, die bleibt, wenn's hässlich wird."
Jamies Leben war nie leicht. Eigentlich war es nie auch nur fair. Aufgewachsen im Heim, Gewalt war Alltag, Vertrauen ein Fremdwort. Irgendwann hört man auf zu glauben, dass einen jemand sieht. Dass man überhaupt zählt.
Nach außen gibt er den Starken. Den, der mit nichts ein Problem hat. Charmant, locker, selbstbewusst. Aber hinter der Fassade sieht’s anders aus. Da ist Wut. Viel Wut. Auf sich selbst, auf die Welt, auf das, was war und nie hätte sein dürfen.
Er ist pingelig, was Ordnung und Sauberkeit angeht. Alles muss sitzen. Weil’s das Einzige ist, was er kontrollieren kann. Der Dreck, der in ihm klebt, soll wenigstens von außen weg sein.
Frauen stehen auf ihn. Wegen seines Looks, wegen dem, was er im Bett kann. Aber fast niemand bleibt. Fast niemand sieht, wie verletzlich er ist. Wie sehr er sich danach sehnt, dass jemand nicht nur seinen Körper will, sondern ihn. Als ganzen Menschen. Auch wenn er selbst nicht mehr genau weiß, wer das eigentlich ist.
Nur bei zwei Menschen lässt er ein bisschen was durchblicken: Misha. Und Lincoln. Der ihn damals von der Straße geholt hat. Der ihn nicht nur ernst nimmt, sondern wirklich kennt. Der Einzige, dem er vertraut.
Trotz allem hat Jamie die Hoffnung nie ganz verloren. Irgendwo tief in ihm lebt der Wunsch, dass Liebe mehr ist als nur Nähe auf Abruf. Dass es jemanden geben könnte, der bleibt. Und mit ihm durch den Sturm geht.


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Er macht alles richtig und fragt sich, warum es trotzdem nie reicht.
"Wenn ich wüsste, wie ich zeige, was ich fühle,
dann hätte sie vielleicht längst gesehen, dass ich sie nicht loslassen kann."
Phillip kennt sich aus mit Erwartungen. Er ist damit groß geworden. Bestnoten, tadelloses Benehmen, perfekte Haltung. Alles nie eine Option, sondern Pflicht. Seine Eltern haben ihn gefördert, unterstützt, gelobt. Aber nur, wenn er funktioniert hat. Also hat er funktioniert.
Heute ist er ein erfolgreicher Architekt. Gutaussehend, gebildet, eloquent. Der perfekte Schwiegersohn. Einer, der weiß, wie man sich benimmt, wie man Gespräche führt, wie man Türen öffnet. Nur die zu sich selbst, die kriegt er oft nicht auf.
Phillip versucht, cool zu wirken. Souverän. Scheinbar unantastbar. Aber tief drinnen ist er jemand, der sich nach Nähe sehnt und gleichzeitig nicht weiß, wie man sie zulässt. Gefühle zeigen fällt ihm schwer, selbst wenn er sie hat. Vielleicht gerade dann.
Er liebt Patrizia. Nicht leise, nicht zaghaft, sondern ganz und gar. Sie ist für ihn wie ein Versprechen: Wenn sie ihn liebt, dann ist er genug. Dann hat sich all das Mühen gelohnt. Deshalb stellt er sie auf ein Podest. Deshalb wartet er. Hofft. Und bleibt.
Er weiß, wie eng sie an ihre Familie gebunden ist. Er versteht das. So geht es ihm auch. Die Liebe seiner Eltern ist sein Ideal. Nur dass Ideale manchmal im Weg stehen, wenn man echte Nähe will.